Hervorragende Stimmung beim Woodstock der Blasmusik 2016, © Woodstock / KM-Photograph

Datum: , Mei Trachtenguide

Woodstock der Blasmusik – Ein Festival für jedermann/frau

Mei Trachtenguide’s Mitgründer Jürgen Haberfellner war privat auf dem Festival der etwas anderen Art. Hier bekam er eine Lehre für’s Leben und möchte auch unsere Leser mit seinem Kommentar daran teilhaben lassen.

Liebe Leser,

 

vorab möchte ich gleich einmal gestehen, dass ich kein Musikinstrument spielen kann, dafür fehlt mir jegliche Gabe. Und was Musik betrifft, zählt Blasmusik auch nicht gerade zu meinen Favoriten. Warum zur Hölle komme ich dann bloß zu diesem Festival?!

 

Kurz noch ein paar Fakten: Das Woodstock der Blasmusik fand heuer zum 6. Mal in Ort im Innkreis (Oberösterreich) statt. Zehntausende Blasmusiker (und ich) jedes Alters aus vielen europäischen Ländern sowie der ganzen Welt reisen für diese vier Tage in die kleine Ortschaft. Szenenbekannte Künstler aus aller Welt sorgen für Stimmung auf der Bühne, wenige Namen davon waren sogar mir bekannt.

 

Mich konnte eigentlich nur eine Gruppe von Freunden mit Argumenten der vielen nebensächlichen Vergnügungen eines Festivals dazu überreden, die Skepsis jedoch behielt ich lange bei. Zumindest die ersten beiden Tage wollte ich mir antun.

 

Am Anreisetag widmete ich mich vorerst eben dieser flüssigen Freuden und Kennenlernen von den begeisterten Teilnehmerinnen. Hier war die Musik auf der Bühne eher nebensächlich und mit der grandiosen Stimmung ein Leichtes einfach mitzufeiern.

 

Andererseits widmete ich mich abends an Tag zwei spontan auf Selbsterkundung der Main Stage und hier konnte ich meinen Ohren nicht mehr trauen. Zuerst sorgt DIE Q (:kju) mit Funk & Soul dafür, dass ich nicht mal wusste, in welche Richtung Blasmusik überhaupt gehen kann.

Anschließend traten die Bullhorns feat. Jazzmusiker James Morrison mit brillanter musikalischer Meisterleistung auf, so eine Beherrschung von Musikinstrumenten habe ich kaum gesehen. Gespielt wurde neben Eigenwerken auch mehrere Coverversionen von AC/DC bis Michael Jackson. So genial interpretiert, dass man sich im Nachhinein nur fragen kann, wie unnötig eigentlich das Original war. Zum Abschluss gesellte sich Thomas Gansch dazu und jamte mit James Morrison – göttlich! Playback Volksmusiker haben auf dieser Bühne absolut nichts zu suchen.

 

Doch das wirklich Besondere an diesem Festival: Die Musik hört rund um die Bühne nicht auf. Fast jeder Besucher ist mit seinem eigenen Musikinstrument angereist und somit gibt es auf dem Campingplatz keine ruhige Minute. Für diese ambitionierten Fans ist vermutlich das am dritten Tag stattgefunden Gesamtspiel ihr absolutes Highlight. Hier spielen die tausenden Musiker auf und vor der Bühne mit – so etwas gibt es wohl auf keinem anderen Festival! Von mir leider bereits verpasst, kann ich mich zweifellos auf die zahlreichen positiven Rückmeldungen verlassen.

 

Nach diesen beiden Tagen muss ich mir eingestehen völlig falsch gelegen zu sein! Das Woodstock der Blasmusik ist garantiert auch für aufgeschlossene Hörer mehr als empfehlenswert. Für Musiker sollte es sowieso ein Muss sein und Schande über alle, die nicht dort waren.

Neben der Musik wird immerhin auch noch massenweise getrunken, sowie viele junge Musikerinnen sind anzutreffen. Wer nun glaubt, in der Szene keine feschen Mädels zu finden, liegt mehr als daneben – angemerkt: fesche Blasmusikerinnen!

 

Ich bin überzeugt und komme nächstes Jahr garantiert wieder! 

 

 

Jürgen Haberfellner ist Mitgründer und Geschäftsführer der LH Media GmbH, Betreiber des Onlineportals Mei Trachtenguide. Seine Hauptverantwortung liegt im technischen Bereich. Bei Trachtenmode bevorzugt er modern, frech und sexy.